Ende September ist in der Cannabispolitik einiges passiert: Der Bundesrat hat ein Gesetz zur neuen Unfallstatistik gebilligt, Markus Söder bringt eine Cannabissteuer ins Gespräch, und bundesweit wird über den Stillstand bei der Reform diskutiert. Viele unserer Mitglieder in Hamburg fragen sich deshalb, ob eine Cannabis Gesetz Änderung 2026 ansteht und was davon sie im Alltag betrifft. In diesem Beitrag ordnen wir die Meldungen ein, trennen Beschlossenes von bloßen Forderungen und zeigen, was aktuell für dich gilt.
Cannabis Gesetz aktuell: Was ist im September 2026 passiert?
Drei Entwicklungen haben in den letzten Tagen für Schlagzeilen gesorgt. Sie unterscheiden sich stark darin, wie verbindlich sie sind:
- Beschlossen: Am 25. September 2026 hat der Bundesrat ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz gebilligt, nach dem THC-Werte künftig in der amtlichen Straßenverkehrsunfallstatistik erfasst werden.
- Gefordert: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich für eine Steuer auf Cannabis ausgesprochen. Einen Gesetzentwurf dazu gibt es nicht.
- Unverändert: Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) gilt weiter in der bisherigen Form. Die schwarz-rote Koalition hat an den beiden zentralen Cannabisgesetzen bislang nichts geändert.
Neue Unfallstatistik: Was der Bundesrat beschlossen hat
Bisher erfasste die amtliche Unfallstatistik zwar, ob Alkohol im Spiel war, aber nicht, wie stark ein Unfallbeteiligter unter dem Einfluss von Cannabis stand. Das ändert sich mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsunfallstatistikgesetzes. Künftig sollen die THC-Werte, die die Polizei bei der Unfallaufnahme ermittelt, genauso in die Statistik einfließen wie heute schon Angaben zur Alkoholeinwirkung. Erfasst werden Unfälle mit Toten, Verletzten oder schwerem Sachschaden.
Die Bundesregierung begründet das damit, dass die Daten aus der polizeilichen Unfallaufnahme eine zentrale Grundlage sind, um die Auswirkungen der Legalisierung auf die Verkehrssicherheit zu bewerten. Ein genaues Startdatum für die neue Erfassung nennen die bisherigen Berichte nicht.
Ändert sich dadurch der THC-Grenzwert?
Nein. Das neue Gesetz betrifft nur die Statistik, nicht die Regeln am Steuer. Der THC-Grenzwert liegt weiterhin bei 3,5 Nanogramm THC je Milliliter Blutserum. Wer darüber liegt, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Kommt Alkohol hinzu, steigt das Bußgeld auf 1.000 Euro. Wie die Kontrollen in Hamburg ablaufen und was bei einer Blutprobe passiert, haben wir in unserem Beitrag Cannabis am Steuer: THC-Grenzwert, Strafen und Kontrollen in Hamburg ausführlich erklärt.
Für dich bedeutet die neue Statistik vor allem eines: Cannabis im Straßenverkehr wird künftig sichtbarer. Die Zahlen werden in die politische Debatte einfließen, egal in welche Richtung sie ausfallen. Umso wichtiger ist es, dass sich Konsumentinnen und Konsumenten an die einfache Regel halten: Wer konsumiert, fährt nicht.
Kommt eine Cannabissteuer?
Am 23. September 2026 hat Markus Söder laut Berichten der Augsburger Allgemeinen eine Steuer auf Cannabis ins Spiel gebracht. Sinngemäß sagte er, es sei absurd, dass Kiffen kostenlos sei, und man solle darüber nachdenken, das zu ändern. Ein konkretes Modell, eine Steuerhöhe oder einen Zeitplan hat er nicht vorgelegt. Hinter der Aussage steht kein Gesetzentwurf.
Ist Cannabis in Deutschland wirklich kostenlos?
Nein. Wer selbst anbaut, zahlt für Samen, Erde, Strom und Technik. Wer Mitglied in einer Anbauvereinigung ist, zahlt Mitgliedsbeiträge. Das ist sogar gesetzlich vorgesehen: Nach § 24 KCanG legen Anbauvereinigungen ihre Mitgliedsbeiträge in der Satzung fest, um damit ihren Vereinszweck zu finanzieren. Was das bei uns konkret bedeutet, findest du in unserer Beitragsordnung und im Beitrag Welche Kosten kommen bei einer Cannabis Club Mitgliedschaft auf mich zu?
Kann ein Bundesland eine Cannabissteuer einführen?
Nicht im Alleingang. Das Grundgesetz verteilt in Artikel 105 die Steuerhoheit zwischen Bund und Ländern, und für eine neue Verbrauchsteuer liegt die Zuständigkeit in erster Linie beim Bund. Ein Ministerpräsident kann eine solche Steuer also nicht einfach für sein Land beschließen. Hinzu kommt ein praktisches Problem: Das deutsche Modell kennt keinen legalen Einzelhandel mit Konsumcannabis. Anbauvereinigungen arbeiten nicht gewinnorientiert und geben nur an ihre Mitglieder ab. Klassische Verbrauchsteuern wie bei Tabak oder Alkohol setzen dagegen am Verkauf an.
Für Mitglieder der Blütenbande ändert sich durch die Forderung deshalb derzeit nichts. Sollte aus der Debatte ein konkreter Gesetzentwurf werden, informieren wir dich hier im Blog.
Wird Cannabis wieder verboten?
Die Frage, ob die Cannabis Legalisierung rückgängig gemacht wird, taucht immer wieder auf. Stand heute gibt es dafür keinen Beschluss. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht eine ergebnisoffene Evaluierung des Konsumcannabisgesetzes vor. Die Evaluation läuft in mehreren Stufen: Ein erster Zwischenbericht war für den 1. Oktober 2025 vorgesehen, ein zweiter zum 1. April 2026, der Abschlussbericht folgt zum 1. April 2028. Untersucht werden unter anderem das Konsumverhalten, Prävention, Kinder- und Jugendschutz, der Straßenverkehr und die organisierte Kriminalität.
Politisch wird zwar viel über Änderungen gesprochen, beschlossen wurde am KCanG in dieser Legislaturperiode aber bislang nichts. Kommentatoren rechnen damit, dass dieser Stillstand nicht ewig anhält. Wann und in welche Richtung sich etwas bewegt, ist derzeit offen.
Cannabis Gesetz 2026 im Überblick: Was gilt, was ist nur geplant?
| Thema | Stand Ende September 2026 | Bedeutung für dich |
|---|---|---|
| Konsumcannabisgesetz | unverändert in Kraft | Besitz, Eigenanbau und Mitgliedschaft in einer Anbauvereinigung bleiben erlaubt |
| THC in der Unfallstatistik | vom Bundesrat am 25.09.2026 gebilligt | keine neuen Strafen, aber mehr Daten zu Cannabis im Straßenverkehr |
| THC-Grenzwert am Steuer | 3,5 ng/ml Blutserum | darüber 500 Euro, ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte |
| Cannabissteuer | Forderung ohne Gesetzentwurf | aktuell keine Auswirkungen |
| Evaluation des KCanG | läuft, Abschlussbericht 2028 | Grundlage für mögliche spätere Änderungen |
Unsere Haltung als Cannabis Club in Hamburg
Als eingetragener Verein mit Genehmigung arbeiten wir im Rahmen des Konsumcannabisgesetzes und verfolgen die politische Debatte genau. Wir halten es für richtig, dass Daten zum Straßenverkehr erhoben werden. Eine sachliche Bewertung der Legalisierung braucht belastbare Zahlen statt Vermutungen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass Debatten wie die um eine Cannabissteuer auf Fakten aufbauen: Anbauvereinigungen sind keine Geschäfte, sondern nicht gewinnorientierte Vereine, deren Mitglieder die Kosten über ihre Beiträge tragen.
Verantwortung beginnt bei uns selbst. Deshalb setzen wir auf Aufklärung und Suchtprävention, achten auf Jugendschutz und erinnern unsere Mitglieder regelmäßig daran, nach dem Konsum nicht zu fahren. Wie die Genehmigungslage für Clubs in Hamburg aussieht, liest du in unserem Beitrag zum Konsumcannabisgesetz in der Praxis. Mehr über uns erfährst du auf der Seite CSC Hamburg, und wenn du dabei sein möchtest, geht es hier zum Mitgliedsantrag.
Häufige Fragen zur Cannabis Gesetz Änderung 2026
Wurde das Cannabisgesetz 2026 geändert?
Das Konsumcannabisgesetz selbst ist bis Ende September 2026 unverändert. Neu ist ein Gesetz zur Unfallstatistik, das THC-Werte bei Verkehrsunfällen erfassbar macht. Es ändert nichts an den Regeln für Besitz, Anbau oder Konsum.
Muss ich als Mitglied bald eine Cannabissteuer zahlen?
Derzeit nicht. Es gibt nur eine politische Forderung aus Bayern, aber keinen Gesetzentwurf. Eine neue Verbrauchsteuer müsste der Bund beschließen.
Was hat der Bundesrat zu Cannabis beschlossen?
Der Bundesrat hat am 25. September 2026 ein Gesetz gebilligt, mit dem die Polizei THC-Werte bei Unfällen mit Toten, Verletzten oder schwerem Sachschaden für die amtliche Statistik erfasst, so wie bisher schon Alkohol.
Wo finde ich verlässliche Infos zum Cannabis Gesetz aktuell?
Verlässlich sind Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat sowie Mitteilungen der zuständigen Behörden. Antworten auf häufige Fragen rund um den Club findest du in unseren FAQ, aktuelle Einordnungen hier im Blog.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick zum Stand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung.
Quellen: RTL, onvista (dpa), Deutscher Bundestag, Deutscher Hanfverband, Hanf Magazin, Hanf Journal, Stuttgarter Nachrichten, VerkehrsRundschau

